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Der Ener­gie­aus­weis (Bedarf) kann ab 2024 schlech­ter ausfallen

Seit 2007 ist es gesetz­lich vor­ge­schrie­ben, bei Ver­kauf, Ver­mie­tung oder Ver­pach­tung von Immo­bi­lien einen gül­ti­gen Ener­gie­aus­weis vor­zu­le­gen. Die­ses Doku­ment, das die ener­ge­ti­sche Qua­li­tät eines Gebäu­des bewer­tet, ist ein wich­ti­ger Bestand­teil von Immo­bi­li­en­an­zei­gen, ins­be­son­dere seit 2014, als die Angabe der Ener­gie­ef­fi­zi­enz­klasse ver­pflich­tend wurde. Der Aus­weis unter­schei­det zwi­schen dem Ener­gie­be­darf und dem Ener­gie­ver­brauch des Gebäu­des, was auf unter­schied­li­chen Daten­grund­la­gen und Berech­nungs­me­tho­den beruht und zu unter­schied­li­chen Bewer­tun­gen füh­ren kann. Seit dem 1. Januar 2024 ist die Aus­stel­lung von Ener­gie­be­darfs­aus­wei­sen aus­schließ­lich nach DIN 18599 ver­pflich­tend und ersetzt die bis­he­rige Pra­xis, die auch die weni­ger strenge DIN V 4108–6 zuließ. Letz­tere führte häu­fig zu einer bes­se­ren ener­ge­ti­schen Ein­stu­fung der Immobilie.

Für Eigen­tü­mer oder Ver­wal­ter von Gebäu­den mit weni­ger als fünf Wohn­ein­hei­ten, die vor dem 1. Novem­ber 1977 einen Bau­an­trag gestellt haben und seit­dem nicht umfas­send ener­ge­tisch nach der Wär­me­schutz­ver­ord­nung von 1977 saniert wur­den, ist der bedarfs­ori­en­tierte Ener­gie­aus­weis Pflicht. Die vor­ge­nom­mene Ände­run­gen der gesetz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen in Bezug auf die stren­gere DIN 18599 kann künf­tig zu einer schlech­te­ren Bewer­tung füh­ren. Diese Nor­men­än­de­rung soll­ten Sie berück­sich­ti­gen, wenn Sie z.B. Immo­bi­li­en­an­ge­bot und deren Ener­gie­aus­weise aus 2023 oder älter und 2024 vergleichen.

Der Wech­sel von der DIN V 4108–6 zur DIN 18599 für die Erstel­lung von Ener­gie­be­darfs­aus­wei­sen bringt einige wesent­li­che Unter­schiede und neue Anfor­de­run­gen mit sich. Im Fol­gen­den wer­den einige die­ser Ände­run­gen bei­spiel­haft dargestellt:

Berech­nungs­ver­fah­ren: Die DIN 18599 bie­tet ein umfas­sen­de­res und detail­lier­te­res Ver­fah­ren zur Bewer­tung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Gebäu­den. Sie berück­sich­tigt ein brei­te­res Spek­trum an Fak­to­ren, u.a. die Tages­licht­nut­zung, die sys­te­ma­ti­sche Betrach­tung der Gebäu­de­tech­nik sowie die Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen Hei­zung, Küh­lung, Lüf­tung und Beleuchtung.

Ganz­heit­li­cher Ansatz: Wäh­rend sich die DIN V 4108–6 haupt­säch­lich auf den Wär­me­schutz und die Ener­gie­ver­luste durch die Gebäu­de­hülle kon­zen­triert, ver­folgt die DIN 18599 einen ganz­heit­li­chen Ansatz, der auch die Ener­gie­ge­winne und ‑Ver­bräu­che für Hei­zung, Küh­lung, Lüf­tung, Warm­was­ser und Beleuch­tung berücksichtigt.

Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Nach­hal­tig­keit: Die DIN 18599 legt einen stär­ke­ren Fokus auf die Gesamt­ener­gie­ef­fi­zi­enz und Nach­hal­tig­keit eines Gebäu­des. Dies beinhal­tet die Bewer­tung erneu­er­ba­rer Ener­gie­quel­len und die Berück­sich­ti­gung von Ener­gie­er­zeu­gungs­an­la­gen vor Ort.

Simu­la­tion und Model­lie­rung: Für die Erstel­lung eines Ener­gie­aus­wei­ses nach DIN 18599 sind oft detail­lierte Simu­la­tio­nen und Model­lie­run­gen not­wen­dig, um die kom­ple­xen Wech­sel­wir­kun­gen im Gebäude genau zu erfas­sen. Dies führt zu prä­zi­se­ren und rea­li­täts­nä­he­ren Ergeb­nis­sen, erhöht aber auch den Auf­wand und die Kos­ten für die Erstel­lung des Ausweises.

Trans­pa­renz und Ver­gleich­bar­keit: Durch die detail­lier­tere und umfas­sen­dere Bewer­tung sol­len die Ener­gie­aus­weise nach DIN 18599 trans­pa­ren­ter und ver­gleich­ba­rer wer­den und damit dem End­ver­brau­cher eine bes­sere Ent­schei­dungs­grund­lage bieten.

Diese Bei­spiele zei­gen, dass die Novel­lie­rung der Norm zu einer genaue­ren, wenn auch kom­ple­xe­ren Bewer­tung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Gebäu­den führt, die sowohl tech­ni­sche als auch öko­lo­gi­sche Aspekte stär­ker berücksichtigt.

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